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Datum:
20.12.1999
Ort: Norddeutschland - Skandinavien
Feuerstrahl:
War's eine fehlgelenkte Rakete?
Hamburg/Stockholm - War es der Irrflug einer selbststeuernden "Cruise
Missile", ein Meteorit oder gar eine übernatürliche Erscheinung? Der Feuerstrahl,
der Montag Nacht über Hamburg und Norddeutschland bis nach Skandinavien
zu sehen war, sorgte noch gestern für Aufregung.
Tausende von Augenzeugen hatten Polizeidienststellen und Flughäfen auch
in Hamburg, Kiel und Bremen angerufen. "Sie waren irritiert und neugierig,
wollten wissen, was los ist", sagte Hamburgs Flughafensprecher Clemens
Finkbeiner der MOPO.
Sie alle hatten gesehen, was auch den Hamburger Erwin Pridzuhn (42) in
Eppendorf in Staunen versetzte: "Aus Richtung Fuhlsbüttel zischte gegen
20.15 Uhr ein goldfarbener Feuerstrahl Richtung Innenstadt/Hafen, der
einen etwa doppelt so langen, fast goldfarbenen Schweif hinter sich her
zog." Es sei ihm sofort klar gewesen, das es kein Flugzeug war. Umrisse,
wie die von Flügeln, seien nicht zu erkennen gewesen. Völlig geräuschlos
ist der "Feuerstrahl" nach knapp drei Sekunden verschwunden.
"Das war eher ein Raketenantrieb", sagte der Mann, der den Unterschied
genau kennen müsste. Als Kameramann bei einem Nachrichten-TV-Sender gehörten
Starts von Cruise Missiles zu Pridzuhns täglichem Geschäft.
Auf den Radarschirmen der Tower war nichts zu sehen, bestätigte Finkbeiner
die These anderer Experten: Möglicherweise handele es sich um einen Meteoriten,
der kurzfristig über der Radargrenze am Himmel zu sehen gewesen sei. Ein
Sprecher des Tycho-Brahe-Planetariums in Kopenhagen meinte, dass es sich
auch um Reste einer Rakete gehandelt haben könnte.
"Es ist denkbar, dass so etwas wie ein Feuerball verglüht", sagte auch
ein Experte für Weltraumschrott beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
in Bonn.
Die These vom Weltraumschrott ist da schon nahe liegender, meint der Hamburger
Augenzeuge: "Dass es aber ein Meteorit gewesen sein soll, halte ich für
eine peinliche Ausrede. Damit sollen nur die Leute ruhig gehalten werden."
Das gelingt sicherlich mit der vierten These, in der es schlicht heißt:
Vielleicht war es der Stern von Betlehem...
Astrid Sievert
Quelle: Hamburger Morgenpost Online. |